AEVO Unterweisung

Die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) sieht vor, dass Ausbilder nicht nur über fachliche, sondern auch über pädagogische Kenntnisse verfügen müssen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit zur Unterweisung von Auszubildenden. In diesem Artikel wird erläutert, was unter Unterweisung im Sinne der AEVO zu verstehen ist und welche Anforderungen an Ausbilder gestellt werden.

Was ist eine Unterweisung?

Unterweisung bezeichnet die Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen, die für die Ausübung eines Berufs notwendig sind. Im Rahmen einer Unterweisung sollen Auszubildende praktische Erfahrungen sammeln und lernen, wie sie bestimmte Tätigkeiten ausführen. Eine Unterweisung kann sowohl theoretische als auch praktische Anteile haben.

Anforderungen an die AEVO Unterweisung

Die AEVO legt konkrete Anforderungen an die Unterweisung durch Ausbilder fest. So muss eine Unterweisung zielgerichtet, verständlich und nachhaltig sein. Es ist dabei wichtig, dass Auszubildende in der Lage sind, das Gelernte auch in der Praxis anzuwenden. Eine Unterweisung sollte daher möglichst praxisnah gestaltet werden.

Vorbereitung der Unterweisung

Damit eine Unterweisung erfolgreich verläuft, ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Ausbilder sollten sich im Vorfeld über das Thema der Unterweisung informieren und gegebenenfalls weiterführende Literatur oder Schulungsunterlagen nutzen. Es kann auch hilfreich sein, die Unterweisung in Abschnitte zu unterteilen und gezielt auf die Bedürfnisse der Auszubildenden einzugehen.

Durchführung der Unterweisung

Die Durchführung einer Unterweisung erfordert von Ausbildern ein hohes Maß an pädagogischen Fähigkeiten. Es ist wichtig, dass Auszubildende aktiv in die Unterweisung einbezogen werden und Fragen stellen können. Auch die Vermittlung von praktischen Erfahrungen und die Anwendung von Schulungsmethoden wie Rollenspielen oder Gruppenarbeiten können dazu beitragen, dass Auszubildende das Gelernte besser verinnerlichen.

Dokumentation der Unterweisung

Die AEVO sieht vor, dass Unterweisungen dokumentiert werden müssen. Ausbilder sollten daher eine Dokumentation führen, in der sie das Thema der Unterweisung, die Inhalte und die Dauer festhalten. Auch der Name des Auszubildenden und das Datum der Unterweisung sollten vermerkt werden. Die Dokumentation dient nicht nur als Nachweis für die Einhaltung der Ausbildungspflichten, sondern auch als Grundlage für die Evaluierung der Unterweisung.

Vorteile der Unterweisung

Eine gute Unterweisung hat zahlreiche Vorteile für Auszubildende und Ausbilder. Hierzu gehören unter anderem:

  • Vermittlung von praktischen Erfahrungen und Fertigkeiten
  • Steigerung der Motivation und des Selbstbewusstseins der Auszubildenden
  • Förderung der Teamarbeit und des Austauschs zwischen Auszubildenden und Ausbildern
  • Verbesserung der Arbeitsprozesse im Unternehmen durch qualifiziertere Auszubildende

Schwierigkeiten bei der Unterweisung

Trotz aller Vorbereitungen und Bemühungen kann es bei der Unterweisung auch zu Schwierigkeiten kommen. Eine Herausforderung kann beispielsweise die Vermittlung von theoretischem Wissen sein, das für Auszubildende nicht unmittelbar praktisch anwendbar ist. Auch unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten und Vorkenntnisse der Auszubildenden können die Durchführung einer Unterweisung erschweren.

Ausbildereignungsprüfung und Unterweisung

Im Rahmen der Ausbildereignungsprüfung müssen Ausbilder auch ihre Fähigkeit zur Unterweisung unter Beweis stellen. Hierbei müssen sie eine praktische Unterweisung durchführen, die von einem Prüfer bewertet wird. Die Prüfung umfasst auch die Vorbereitung und Dokumentation der Unterweisung sowie die Bewertung des Lernfortschritts der Auszubildenden.

Praktische Tipps für eine erfolgreiche Unterweisung

Um eine erfolgreiche Unterweisung durchzuführen, können Ausbilder folgende Tipps berücksichtigen:

  • Das Thema der Unterweisung klar formulieren und inhaltlich strukturieren.
  • Praxisbezüge herstellen und konkrete Beispiele für die Anwendung des Gelernten geben.
  • Die Unterweisung interaktiv gestalten und Auszubildende aktiv einbeziehen.
  • Regelmäßiges Feedback geben und auf Fragen und Probleme der Auszubildenden eingehen.
  • Die Unterweisung dokumentieren und den Lernfortschritt der Auszubildenden festhalten.

Fazit

Die Unterweisung von Auszubildenden ist ein wichtiger Bestandteil der dualen Ausbildung in Deutschland und ein zentraler Bestandteil der Ausbildereignungsprüfung. Eine erfolgreiche Unterweisung erfordert von Ausbildern ein hohes Maß an pädagogischen Fähigkeiten sowie eine sorgfältige Vorbereitung und Dokumentation. Durch eine gute Unterweisung können Auszubildende praktische Erfahrungen und Fertigkeiten erwerben und ihre Motivation und ihr Selbstbewusstsein gesteigert werden.

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